„Ich habe keine Zeit im Atelier zu arbeiten, weil ich gefühlt dauernd damit beschäftigt bin, Essensreste der Kinder vom Boden zu wischen… am schlimmsten sind feuchte Reiskörner. Mittlerweile lasse ich sie ein paar Stunden oder über Nacht antrocknen, bevor ich sie wegsauge.“
Die raumbezogene Installation bringt einen privaten Raum, die Wohnung der Künstlerin, der normalerweise außerhalb der öffentlichen Sichtbarkeit liegt, maßstabgetreu in den öffentlichen Ausstellungsraum. Ein alltäglicher Rest, der üblicherweise entfernt wird, wird zum Material einer künstlerischen Arbeit.
Ausgangspunkt der Installation ist eine konkrete Alltagserfahrung: das ständige Entfernen von auf den Boden gefallenen Essensresten der Kinder, insbesondere von feuchten Reiskörnern. Diese scheinbar banale Tätigkeit steht exemplarisch für eine Form von Sorgearbeit, die sich täglich wiederholt, erschöpfend ist und meist unsichtbar bleibt. In der Installation wird dieser Moment vergrößert, räumlich übertragen und öffentlich ausgestellt. Die Arbeit versteht das wiederholte Entfernen von Essensresten nicht als bloße häusliche Nebentätigkeit, sondern als zentrale Handlung, in der sich Sorgearbeit, Zeitmangel, Elternschaft und künstlerische Praxis verschränken.
Der auf dem Wohnungsgrundriss navigierende Saugroboter verweist auf das Versprechen technischer Entlastung und automatisierter Hausarbeit. Gleichzeitig macht die Installation sichtbar, dass diese Arbeit dadurch nicht verschwindet: Der Roboter muss vorbereitet, kontrolliert, entleert, gereinigt und gewartet werden. Eine vollständige Reinigung bleibt dennoch unmöglich, da er nicht jede Ecke und jeden Rand erreicht.
Der menschliche Körper bleibt weiterhin zuständig.
Die Installation wirft die Frage auf, was geschieht, wenn der private Alltag nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt künstlerischer Praxis verstanden wird. Indem die Installation einen privaten und familiären Raum in den öffentlichen Ausstellungsraum überträgt, wird Sorgearbeit nicht an den Rand gestellt, sondern räumlich ins Zentrum der Ausstellung gesetzt.