Sonia Titel präsentiert mit Am Rand der Lippe ruht der Ton eine skulpturale Klanginstallation. Die Installation besteht aus drei keramischen Pfeifen, die jeweils mit einem eigenen Blasebalg verbunden sind und auf einer raumgreifenden Metallkonstruktion ruhen. Nach einer kurzen Einführung durch die Künstlerin sind die Besucher*innen eingeladen, die Arbeit selbst zu aktivieren, indem sie die Blasebälge betätigen und die Pfeifen so zum Klingen bringen. Dabei entsteht ein sinnliches Hörerlebnis, das über das reine Betrachten hinausgeht. Tiefe, raumfüllende Klänge entfalten sich und machen die Wechselwirkung zwischen Skulptur, Raum und Publikum unmittelbar erfahrbar.
Die Installation ermöglicht den Besucher*innen behutsam und spielerisch die Beziehung zwischen Material, Form und Umgebung zu erkunden. Wie prägt der Raum den Klang und der Klang den Raum? Wie verändert sich das akustische Erlebnis durch die Handlung der Besucher*innen? Und was bedeutet es, Klang nicht nur wahrzunehmen, sondern ihn selbst hervorzubringen?
Am Rand der Lippe ruht der Ton wird so zu einem Ort des gemeinsamen Hörens und Handelns. In jeder neuen Aktivierung entsteht eine flüchtige Konstellation aus Resonanz, Bewegung und Begegnung – und mit ihr ein Werk, das sich immer wieder neu ereignet.