die dialektische Beziehung zwischen Arbeiten und Betrachten
Lea Bisle
2026

Im Zentrum steht die dialektische Beziehung zwischen Arbeiten und Betrachten im künstlerischen Schaffensprozess.
Dialektisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zwei scheinbar gegensätzliche Handlungen, das aktive Arbeiten
am Werk und das distanzierte Betrachten des Werkes, untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Erst im Wechselspiel dieser beiden Zustände entsteht die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Werk.
Ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Schaffens ist die ständige Reflexion des eigenen Handelns.
Während des Arbeitens wird das Werk betrachtet, überprüft und bewertet. Anschließend folgt eine neue Handlung am Werk.
Dieser wiederkehrende Prozess aus Annäherung und Distanzierung bildet die Grundlage meiner räumlichen Untersuchung.
Diese Erfahrung wird in meinem entworfenen Raum bewusst inszeniert und durch architektonische Mittel wie den schräg verlaufenden Boden,
die Kubatur sowie den gezielten Lichteinfall provoziert und verstärkt. Die Kubatur des Raumes definiert zugleich die mögliche Größe des Werkes
und schafft eine unmittelbare Beziehung zwischen dem Werk und der arbeitenden Person. Dadurch entsteht eine besondere Konzentration auf das Wesentliche:
Ich, das Werk und die Auseinandersetzung zwischen beiden. Der Raum ist auf diese spezifische Erfahrung komprimiert.
Er fokussiert den immer wiederkehrenden Ablauf des Schaffensprozesses: auf das Werk zugehen, arbeiten, zurücktreten, betrachten.
Die räumliche Gestaltung macht diese Bewegung und den Wechsel zwischen Handlung und Reflexion physisch erfahrbar.
So entsteht ein untersuchendes Experiment, das der Frage nachgeht, wie gebaute Räume die Auseinandersetzung mit dem Werk
sowie das Arbeiten selbst beeinflussen können. Der Raum wird dabei nicht nur zur Hülle des Schaffens, sondern zum aktiven Bestandteil des
Prozesses und zum Werkzeug der Konzentration und Reflexion.
Mein besonderer Dank gilt Martin, Mathias, Andi und Luis, die mit ihrem Wissen, ihrer Zeit und ihrer Unterstützung zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben. Ohne euch wäre vieles deutlich schwieriger gewesen und manches sicher auch weniger schön.

Der zweite Sturz
Luis Weiland
Glas, Stein
2026
This work reflects on the burdens carried throughout life—some imposed by circumstance, others placed upon ourselves. The stone becomes a symbol of burden, responsibility and emotional or psychological weight. The glass body beneath it reflects what is around and yet is transparent. It catches the light. Still it is like an eggshell: remarkably resilient and yet capable of shattering under excessive pressure.
Instagram: @weiland_art

Menschen und Götter, 2026
Vierkantrohre, Stahlrohre, Stahlseil, Stahlblech, Modelliereisen, Seilwinde, Zweitaktmotor, Schrauben
(2x) 160 x 160 x 320 cm
Die Arbeit "Menschen & Götter" besteht aus skulpturalen Zwillingen, welche sich jeweils auf eine eigene Art und Weise in der Zerstörung eines Globus versuchen. Der eine Zwilling zieht eine Kugel stückweise mit einer Seilwinde immer weiter in die Höhe, den finalen Absturz stets inszenierend, der Andere ist auf das hin- und herschlagen einer Kugel mithilfe eines Zweitaktmotors ausgelegt.
Die Arbeit wird jeden Tag einmal manuell durch Georg Weyerer aktiviert.
Humans and Gods, 2026
Square tubing, steel pipes, steel cable, sheet metal, modelling iron, electrical winch, two-stroke engine, screws
(2x) 160 x 160 x 320 cm
Each one of these sculptural twins, attempts to destroy a globe. One employs a winch to pull the sphere high up, staging its final plunge, while the other is designed to swing the sphere back and forth using a two-stroke engine.
The work gets manually activated once every day by the artist.
Portfolio/Website: http://weyerergeorg.wordpress.com/
Kontakt: Georg Weyerer,

