LOWER MAINTENANCE

 

Der Titel „Lower Maintenance“ wirft natürlich die Frage auf: geringer als was?

Die Antwort ist einfach: geringer als beim letzten Mal. Nach der Ausstellung „Low Maintenance“ erfordert diese Folgeausstellung naturgemäß deutlich weniger kuratorischen Aufwand. Durch die Wiederholung des Formats führt die Ausstellung ihre Prämisse zu einem logischen Fazit: totale Effizienz durch automatisierte Wiederholung.

Erneut bewegen sich rund zwanzig Staubsaugerroboter autonom durch den Raum, wobei jeder ein Werk eines Studierenden trägt. Anstelle statischer Vitrinen wird eine dynamische Situation geschaffen, in dem sich die Werke einer festgelegten Betrachtung entziehen und die Besucher*innen herausfordern. Die Ausstellung setzt sich mit der sich wandelnden Bedeutung menschlicher Präsenz auseinander und stellt die Frage nach dem künstlerischen Schaffen in einer zunehmend automatisierten Umgebung. Indem sie Schmuck ohne Träger*in und Gerät ohne Nutzer*in präsentieren, übernehmen die Roboter symbolisch die Rolle des abwesenden Körpers, während das sich wiederholende Konzept die Rolle der abwesenden Kurator*in einnimmt.

Diese Gegenüberstellung erzeugt eine doppelte Ebene der Ironie. Es erscheinen aufwendige, einzigartige Stücke auf massenproduzierten Konsummaschinen. Und die Ausstellung selbst wird zu einem programmierten Kreislauf.

In „Lower Maintenance“ ist Kunst kein statisches Objekt, sondern ein sich wiederholender Vorgang. Begegnung, Verlust und erneute Begegnung prägen das Erlebnis der Besucher*innen, während der Raum durch die vorhersehbare Unvorhersehbarkeit der Roboter ständig neugestaltet wird. Es bleibt ein Experiment in Wahrnehmung und Kontrolle, so wie der Beziehung zwischen Mensch und Technologie.

 

Text: Anvita Jain

 

LOWER MAINTENANCE

 

The title "Lower Maintenance“ naturally begs the question: lower than what?

The answer is simple: lower than last time. Following the exhibition "Low Maintenance", this subsequent iteration naturally requires significantly less curatorial effort. By repeating the format, the exhibition pushes its premise to a logical conclusion: total efficiency through automated repetition.

Once again, around twenty robotic vacuum-cleaners move autonomously through the space, each carrying a unique work by a student. Instead of static display cases, a dynamic situation is activated, when the works defy fixed contemplation and challenge the visitors. The exhibition explores the changing role of human presence, and authorial effort, in an increasingly automated environment. By displaying jewellery without a wearer and hollowware without a user, the robots symbolically assume the role of the absent body, while the recycled concept assumes the role of the absent curator.

This juxtaposition creates a double layer of irony. Elaborate, unique pieces appear on mass-produced machines of consumption. The exhibition itself becomes a closed loop of programming.

In "Lower Maintenance" art is not a static object but a re-run. Encounter, loss, and re-encounter shape the visitors' experience, while the space is constantly reorganized by the robots' predictable unpredictability. It remains an experiment in perception, control and the relationship between human and maschine.

 

Text: Anvita Jain

 

Teilnehmende Studierende / participating students

Homa Alipur

Julius Fest

Silja Gogolok

Arisa Inoue

Anvita Jain

Carl Kankowsky

Ni Luo

Alice Martina Mirlach

Lara Monaco

Juana Sierra

Maja Stojkovska

He Wang

Chung Yueh Yuan